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Warth am Arlberg

Walser Bergbauerndorf auf 1.500m

Warth liegt auf 1.500 Metern direkt im Skigebiet von Warth-Schröcken. Aufgrund dieser Lage hat Warth im Winter direkte Anbindung zu den Skiliften und die Dorfabfahrten führen fast direkt vor die Haustüren im Ort. Im Sommer ist Warth idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren aller Art. Der Steffisalp-Express ist auch im Sommer geöffnet und bringt Sie somit direkt und bequem inmitten unseres Wandergebiets. Die Top-Hotellerie, die charmante Atmosphäre der Privatvermieter und die urigen und gemütlichen Bars zeichnen den Ort aus und machen ihn zu einem beleibten Urlaubsziel aller Altergruppen.

Meilensteine in der Entwicklung von Warth

  • Fläche: 19,33 km2 , Einwohner: 156
  • 11. Jahrhundert: Besiedelung durch die Walser, aus dem Schweizer Kanton Wallis abstammend
  • 1626: Die Weiler Gehren und Lechleiten kommen zur Pfarrei Warth
  • 1895: Pfarrer Johann Müller bestellt sich seine ersten Paar Ski, um damit nach Lech zu fahren. Er gilt seither als erster Skifahrer und Pionier am Tannberg
  • Bis 1908 lebte Warth von Viehzucht und Milchwirtschaft
  • 1924-1928: Der "Pfarrhof" wird erste Gastwirtschaft in Warth
  • 1928: Gründung der Skischule Warth durch Otto Fritz - Erstmalige Belebung des Fremdenverkehrs
  • Mitte 1928: Bau und Eröffnung des Berghotels "Biberkopf", Errichtung eines Gendarmeriegebäudes
  • 1933: Erstes Postamt in Warth eröffnet
  • 1933-1937: Einbruch des Fremdenverkehrs durch Einführung der 1.000-Mark-Sperre
  • ab 1953: Wirtschaftlicher Aufschwung durch Bau des ersten Skilifts
  • 1957: Fertigstellung der Hochtannbergpass-Straße
  • 1967: Eröffnung des ersten Sessellifts

Damals...

... und heute

Skigebiet Warth-Schröcken

Videos über die Entwicklung der Skigeschichte Warths

Entwicklung der Skigeschichte Warth - die 60er Jahre

Entwicklung der Skigeschichte Warth - die 70er Jahre

Entwicklung der Skigeschichte Warth - die 80er Jahre

Entwicklung der Skigeschichte Warth - die 90er Jahre

Entwicklung der Skigeschichte Warth - die 2000er Jahre

Lesen Sie hier die ganze Geschichte zu Warth

Vor der Walsereinwanderung hatten sowohl Kelten wie auch Räto-Romanen die Alpen und wohl auch den einen oder anderen Sitz auf dem Tannberg bezogen.

Um 1059 schenkte Kaiser Heinrich IV ein großes Jagdgebiet rund um den Widderstein an den Bischof von Augsburg, zu dessen kirchlichem Hoheitsgebiet die Gegend bis 1816 gehörte.

Um 1280-1300 kam es zur Besiedelung durch die Walser, die aus dem Westschweizer Kanton Wallis stammten. Die Walser erhielten das Land als Lehen von den schwäbischen Grundherren gegen einen geringen Naturalzins. Die schwäbischen Grundherren von Rotenberg gewährten den Walsern für die damalige Zeit ungewöhnliche Rechte und Freiheiten, um sie für die Urbarmachung und Dauerbesiedelung der ausgedehnten Wald- und Alpgebiete in extremer Höhenlage zu gewinnen.

In den abgelegenen Berggegenden hat sich die alte Walserart in Sitte, Sprache und Namen bis in die heutige Zeit erhalten. Von besonderer Bedeutung war das Zugeständnis der Selbstverwaltung und niederen Gerichtsbarkeit. Das Walsergericht Tannberg umfasste ursprünglich die Gemeinden Lech, Warth, Hochkrumbach, Schröcken und Mittelberg und hatte seinen Sitz meistens im Hauptort Lech. Von 1528 bis 1563 tagte es allerdings auch am Tschirggen in Hochkrumbach, um den nach Selbständigkeit strebenden Kleinwalsertalern entgegenzukommen. Naturgemäß bestanden so immer enge wirtschaftliche Beziehungen und verwandtschaftliche Bindungen untereinander.

Im Jahre 1451 eroberte Erzherzog Sigismund von Österreich, auch „der Münzreiche“ genannt, den Tannberg mit Gewalt. Die Walser verloren ihre alten Rechte und wurden der Herrschaft Bregenz zugeteilt. Erst um 1500 nach den Appenzellerkriegen bekamen sie die Walserrechte und Freiheiten von Kaiser Maximilian I. von Habsburg wieder zurück.

1602 wurde die Pfarrkirche durch Vergrößerung einer bereits bestehenden Kapelle errichtet. Bis dahin gehörte die Gemeinde zur Pfarre Lech. Von 1895 bis 1897 erfolgte ein großer Um- und Zubau, wobei der Turm um 6 m erhöht wurde. Die Parzellen Lechleiten und Gehren gehörten zum Ehrenberger Gericht und zur Pfarrei Holzgau, bzw. noch früher zur Pfarrei Elbigenalp. Diese Parzellen wollten gleich anfänglich zur Pfarrei Warth und halfen daher auch beim Bau der ersten Kirche. 1626 kam es zur Ablöse von Ehrenberg. Gehren und Lechleiten gehören kirchlich zwar zu Warth, sind politisch aber der Gemeinde Steeg in Tirol zugeteilt.

Bis zur Fertigstellung der Lechtalbundesstraße im Jahre 1908 lag Warth sehr abgeschlossen und lebte ausschließlich von Milchwirtschaft und Viehzucht. Es bestand bis zur Eröffnung der Arlbergbahn (1884) ein reger Warenverkehr mit dem Allgäu, im besonderen mit der Gegend um Oberstdorf. Ein großes Zollgebäude in Lechleiten erinnert noch heute daran.

Beginn des Fremdenverkehrs
Der Fremdenverkehr begann bald nach dem Ersten Weltkrieg. Pfarrer Essl – selbst ein begeisterter Sportsmann – erwarb sich dabei bemerkenswerte Verdienste. Mit Erlaubnis des Bischofs und der weltlichen Behörden eröffnete er 1924 das Gasthaus „Pfarrhof“, das er bis zu seinem Weggang 1928 vorbildlich führte. Zu dieser Zeit gab es nämlich keine einzige Gaststätte mehr, so dass die Aktivitäten des Pfarrers allgemein willkommen waren. Auf seine Initiative besuchte Otto Fritz einen Ausbildungslehrgang für Skilehrer. So kam es dann 1928 zur Gründung der Skischule Warth und damit zu einer Belebung des Fremdenverkehrs. Mitte 1928 wurde das Berghotel „Biberkopf“ eröffnet. Zur gleichen Zeit entstand das Gendarmeriegebäude. 1933 wurde ein eigenes Postamt eröffnet. Bis dahin gab es nur eine Postablage.

Die günstige Entwicklung des Fremdenverkehrs und der Gemeinde kam 1933 plötzlich zum Stillstand, als das nationalsozialistische Deutschland die 1000-Mark-Sperre gegenüber Österreich einführte, was praktisch einer Grenzsperre gleichkam. Die Bevölkerung war von 1933 bis 1937 wieder fast ausschließlich auf die bergbäuerliche Landwirtschaft angewiesen und lebte unter großen Entbehrungen in Bescheidenheit und zum Teil in Armut, beinahe wie ein Jahrhundert zuvor. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es bald zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung, besonders nachdem die Hochtannbergstraße im Jahre 1957 fertiggestellt war. 1953 erfolgte der Bau des ersten kleinen Skilifts. 1964 wurde der erste Sessellift eröffnet. Um den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde erwarb sich Schuldirektor Meinrad Hopfner große Verdienste. Er war von 1960 bis 1992 Bürgermeister und 35 Jahre erfolgreicher und beliebter Lehrer der einklassigen Volksschule. 1986 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Meinrad Hopfner starb nach langer schwerer Krankheit im Jahre 1994 und hat seine letzte Ruhestätte in Warth.

Pfarrer Johann Müller, erster Skifahrer am Tannberg
Pfarrer Johann Müller aus Blons war der erste Skifahrer am Tannberg. Er hatte sich 1895 ein paar Skier aus Schweden beschafft und heimlich in der Nacht das Skifahren geübt, um nicht gesehen und ausgelacht zu werden. Nachdem er es einigermaßen gekonnt hatte fuhr er mit seinen Skiern hinüber nach Lech und zeigte es seinem Lecher Pfarrkollegen. Niemand hätte damals gedacht was das für die Region einmal bedeuten würde. Denn heute sind die Skigebiete am Arlberg eine der beliebtesten und erfolgreichsten in den Alpen!

Die Walsersiedlung Hochkrumbach
Als der Tannberg von den Walsern im 13. Jahrhundert besiedelt wurde, waren es eigentlich 3 Gemeinden. Warth, Schröcken und Hochkrumbach.

Die Gemeinde Hochkrumbach reichte von der heutigen Jägeralpe bis zum Saloberlift. Der Name stammt von einem Bach, welcher sich in Windungen durch ein Hochmoor zieht. Das kleine Bergörtchen gelangte zu Bedeutung als Saumplatz für die Salztransporte von Hall in Tirol nach Norden und Westen. Durch die Abgeschiedenheit von Hochkrumbach erreichten die zwölf (!) damals dort lebenden Familien, einen eigenen Pfarrer.

Daraufhin wurde das im Jahre 1550 erbaute „Kapellele“ zu einer kleinen Kirche ausgebaut, sowie ein Pfarrhof neben der Kirche errichtet. Der Standort dieses noch heute bestehenden Gotteshauses befindet sich unterhalb des Simmels. Dieser markante „Berg“ ist eine eiszeitlich ausgeformte Erhebung, welcher bis heute das Wahrzeichen von Hochkrumbach darstellt.

Im 18. Jahrhundert verlor die Region allerdings an Bedeutung als Saumplatz durch den Ausbau der Verkehrswege. Es setzte rasch die Abwanderung der Bevölkerung ein und bereits 1840 war nur mehr die Hälfte der Bewohner im Dorf verblieben. 1885 wurde Hochkrumbach dann schließlich an die Gemeinde Warth angeschlossen. Nach der verkehrsmäßigen Erschließung durch die Hochtannbergstraße im Jahre 1951 erlebte der fast ganz entsiedelte Ort durch den verstärkten Wintertourismus einen beachtlichen Aufstieg.