Die so genannten Schwabenkinder kamen zu Tausenden seit dem 17. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert alljährlich aus den Alpengebieten nach Oberschwaben, um dort auf den Bauernhöfen als Mägde und Knechte zu arbeiten, da die Lebensgrundlage zu Hause nicht für alle Familienmitglieder ausreichte.
Sechs Jahrzehnte nachdem die letzten Schwabenkinder auf Wanderschaft gehen mussten, begeben sich die beiden von der Europäischen Union durch das Interreg-Programm geförderten Projekte „Die Schwabenkinder“ und „Der Weg der Schwabenkinder“ auf ihre Spuren und verbinden die Herkunftsgebiete der Kinder im Alpenraum mit ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in Oberschwaben.
27 Museen, Archive und Kultureinrichtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Italien befassen sich mit dem Thema Schwabenkinder und erarbeiten jeweils eine dauerhaft eingerichtete Ausstellung oder Informationsstelle.
Am Tannberg finden Sie zwei dieser Austellungen:
Schröcken mit Batzenalpe „Vorarlberger Alpmuseum uf m Tannberg“
„Orme Goga hend müssa go“ (Arme Kinder mussten gehen)
An mehreren Standorten in Schröcken verweisen Schautafeln den Wanderer auf noch namentlich bekannte Schwabenkinder und ihre Wohnorte. Dadurch wird die Armut greifbar, welche die Eltern zwang, ihre Kinder ins Ausland zu schicken.
Das Alpmuseum ist ab Juni bis September 2012 am Freitag und Sonntag von 13.00 - 16.00 Uhr geöffnet. Die Tafeln in Schröcken sind frei zugänglich.
www.alpmuseum.at
Museum Huber-Hus Lech am Arlberg
„Sie müassan's Böntili packa und Läch verlouh!“ (Sie müssen ihr Bündel packen und Lech verlassen)
In der Nähe der Rudalpe erinnert eine Sitzbank an die Schwabenkinder, die Lech jährlich verlassen mussten. Im Museum Huber-Hus erfahren Besucher mehr über das Schwabengehen und die Lecher Schwabenkinder.
Das Museum Huber-Hus ist Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 15.00 - 18.00 Uhr geöffnet.
www.lech.eu/gemeinde/kultursportfreizeit/museen.html
Alle Informationen zur länderüberschreitenden Ausstellung „Die Schwabenkinder“ finden Sie auf www.schwabenkinder.eu