Schröcken liegt auf einer Höhe von 1.080 – 2.649 m. ü. M. und gehört zum Bezirk Bregenz.
Im 14 Jahrhundert fanden die ersten Ansiedlungen von Walsern im Tannberggebiet Schröcken statt und wurde früher auch „Girsboden“ genannt.
Das Alpendorf Schröcken hat keineswegs, wie der Name anzudeuten scheint, etwas Schreckliches an sich, sondern präsentiert sich im Winter wie im Sommer als herrliches Alpenidyll. Der Name kommt übrigens von schrecken = springen (vgl. Heuschreck = Heuspringer) und bedeutet sonach Sprung, Riss und zerklüftete Gegend.
Seit Anfang 17. Jahrhundert führt die Siedlung diesen Namen Schröcken (Schrecka)
Davor „Girsboden“ „Gir“ = Geier
Das Haus Nr. 5 in Unterboden gilt als das älteste im heutigen bewohnten Gemeindegebiet. Auch die dortige Kapelle ist älter als die Pfarrkirche. Da sie zu klein und baufällig geworden war, wurde sie 1774 abgebrochen und dann am jetzigen Platze neu aufgebaut. In kirchlicher Hinsicht gehörte Schröcken wie die anderen Tannberggemeinden von altersher zum Bistum Augsburg. Sie wurden dann 1814 der Diözese Brixen unterstellt und gehören schließlich seit 1968 zur selbständig gewordenen Diözese Feldkirch.
Die erste Kirche wurde in Schröcken im Jahre 1639 eingeweiht. Vorher gingen die Schröckner nach Lech zur Hl. Messe. Durch die großen Gefahren zur Winterzeit, mehrmals wurden Leute auf dem Kirchweg von einer Lawine verschüttet und getötet, Leichen mussten oft tagelang aufbewahrt werden bis sie zur Bestattung nach Lech gebracht werden konnten, ist es verständlich, dass Schröcken eine eigene Seelsorge anstrebte. Den ersten Pfarrer erhielt Schröcken 1640.
Im Jahre 1863 wurde Schröcken von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht, der auch das Kirchlein zum Opfer fiel. Im gleichen Jahr wurde der Wiederaufbau begonnen und bereits ein Jahr später wurde die heutige Kirche zu Ehren Maria Himmelfahrt eingeweiht. In den Jahren 1979 und 1981 wurde die Kirche, die im Nazarenerstil errichtet wurde, umfassend renoviert – zur Freude aller Besucher.
Fortschritt und Technik versuchten tiefe Abgründe zu überwinden. 1934 wurde das Schalgerüst für die Tannbergbrücke errichtet. Eine wahre Meisterleistung, die hier von Wälder Baufirmen tadellos bewältigt wurde. So wurde hier etwa 300m³ Schalholz und 7.000 kg Verbindungsschrauben verarbeitet. Dieses imponierende Bauwerk war damals mit 80 m Spannweite die drittgrößte Bogenbrücke in Österreich (55m Höhe)! Die Eröffnung am 18. Oktober 1935 wurde ausgiebig und feucht gefeiert. Jetzt konnte der Fortschritt auch Schröcken erreichen – und mit diesem möglichst viele Gäste.
In der Zeit von 1933-1935 erfolgte der Straßenbau von Schoppernau-Hopfreben bis Schröcken, wodurch der Ort dem Autoverkehr erschlossen war.
Besonders günstig für den Fremdenverkehr wirkte sich die Fertigstellung der Hochtannbergstraße im Jahre 1953 aus.
Im Jahre 1985 wurde mit der jetzigen Straßenführung – Straßenbau begonnen, über Schmitte mit der großen Kehrenbrücke. Und 1989 konnte die neue Straße feierlich eröffnet werden.
Damit gehörte die alte kurvenreiche und enge Strecke der Vergangenheit an, die von Schröcken Dorf bis Nesslegg führte, die große Gefahren in sich barg, besonders in den Wintermonaten.
Der erste Pfarrherr Sebastian Bickel war rührend um seine Schäfchen besorgt. Er legte die Pfarrbücher und eine Chronik an. Auch als Alpinist war er anzutreffen, unerschrocken erstieg er 1664 den 2536m hohen Widderstein. Er wollte es angeblich genau wissen – es wurde doch tatsächlich behauptet, dass auf dem Gipfel Schiffsplanken der biblischen Arche Noah liegen sollen. Oben angekommen, reflektierte er mit einem großen Spiegel zum Zeichen seiner Anwesenheit die Sonnenstrahlen ortswärts. Auf Grund seiner neu errungenen Erkenntnisse verkündete er dann beim nächsten Gottesdienst in seiner Predigt folgende Worte: ...“Arche Noah? Alles lauter Blödsinn, die Leute dümmer als die Phantasie!“